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Tierischer Speiseplan

„… Da allein der Elefant täglich je 40 kg Heu, 11 kg Rüben mit Karotten, je 1 kg Hafer und Gerste, 1 kg Weizenkleie, das Kamel 8 kg Heu, 2 kg Melasse, 1 kg Gerste,1 kg Rüben verbraucht, und ein Tiger oder Löwe täglich 7 kg Fleisch verzehrt, kann man sich wohl schon eine Vorstellung von der Riesenmenge verschiedenster Lebensmittel machen, die in einem großen Zoo täglich verbraucht werden.“

Diese Angaben stammen aus dem Prager Zoo im Jahre 1961.

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Vogeljagd

Wegen seiner prachtvollen langen Schwanzfedern wurde der Quetzal-Vogel gejagt. Da die Tolteken und nach ihnen die Azteken in Mexiko den Vogel als Gottheit verehrten, wurde er jedoch nicht getötet. Die Vögel wurden gefangen und die langen Oberschwanzdecken wurden ausgerissen. Wer einen Quetzal tötete, wurde mit dem Tode bestraft.
Seine scharlachrote Brust auf dem sonst vollkommen grünen Federkleid erhielt er nach der Eroberung des Reiches der Quiché durch den spanischen Conquistador Pedro de Alvarado in den Jahren 1524–1525. Der Quetzal soll im Blut des ermordeten letzten Königs gebadet haben. Er gilt seither als Symbol für die Trauer um diesen letzten König und den Verlust der Freiheit des Volkes.
Der mit den grünen Federn und Goldplättchen geschmückte Kopfschmuck ist bekannt als Federkrone des aztekischen Herrschers Montezuma, wurde aber nicht von ihm sondern von aztekischen Priestern bei Ritualen getragen. Heute befindet sich die Federkrone im Weltmuseum in Wien.

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Höfisches Trampeltier

Vermutlich ist es ein Trampeltier, auf dem der Paukenschläger zum Geburtstag des indischen Großmoghuls Aureng-Zeb reitet.  Aureng-Zeb, der sagenumwobene Zeitgenosse Augusts des Starken, regierte von 1658 bis zu seinem Tod 1707 über den gesamten indischen Subkontinent. Ehemals 5223 Diamanten, 189 Rubine, 175 Smaragde, 53 Perlen, zwei Kameen und ein Saphir verarbeitete der Goldschmied Johann Melchior Dinglinger mit seinen Brüdern im Kabinettstück des indischen Hofstaates, heute eine der Hauptattraktionen im Grünen Gewölbe in Dresden. Damals wurde es mit 58.485 Talern August dem Starken in Rechnung gestellt. Trampeltiere leben in Zentralasien und besitzen zwei Höcker, ihre in Arabien beheimateten Verwandten heißen ganz korrekt Dromedare und haben nur einen. Entgegen der landläufigen Ansicht speichern die Höcker nicht Wasser sondern Fett. Ist das Kamel gut genährt, wie dieses höfische Exemplar, sind die Höcker prall gefüllt, hängen sie schlaff herunter, sind die Fettreserven aufgebraucht.

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Ozeanriese

Mach dir einen Kasten von Tannenholz und mache Kammern darin und verpiche ihn mit Pech innen und außen. Und mache ihn so: Dreihundert Ellen sei die Länge, fünfzig Ellen die Breite und dreißig Ellen die Höhe. Ein Fenster sollst Du daran machen obenan, eine Elle groß. Die Tür sollst du mitten in seine Seite setzen. Und er soll drei Stockwerke haben, eines unten, eines in der Mitte, das dritte oben.
1. Mose 6.14-17

Kein Schmuckkästchen, ein handfester Kasten ist das, was Noah auf Gottes Gebot zimmert. Und so bedeutet arca in der Übersetzung aus dem lateinischen Text tatsächlich Kasten. Das schwimmfähige Ding müßte diesen Angaben in der Bibel gemäß fast 40 000 Kubikmeter gefaßt haben und wäre fast halb so lang gewesen wie der Ozeandampfer Queen Elizabeth 2. Im 15. Jahrhundert verfasste Bischof Alonso Tostando eine detaillierte Beschreibung des Innenlebens der Arche, wobei er auch die Kotentsorgung und die Frischlufzirkulation berücksichtigte. Der bekannte Geometriegelehrte Johannes Buteo berechnete im 16. Jahrhundert die Innenmaße des Schiffes und bedachte auch, dass genügend Raum für Getreidemühlen und Backöfen an Bord sei.