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Görlitzer Spezialität – Schlesischer Mohnkuchen

Der Teig
500 g Mehl, 125 g Butter, 50 g Zucker, 2 Eigelb, 0,125 Liter Milch, 1 TL Zitronenabrieb, 30 g Hefe
Mohnfüllung
250 g Blaumohn gemahlen, 125 g Butter, 125 g gemahlene Nüsse, 125 g Mandeln gehackt, 200 g Honig flüssig, 3 Eier, 125 g Rosinen in Rum eingelegt, 1 Zitrone Saft- und abrieb
Butterstreusel
300 g Mehl, 220 g Butter, 220 g Puderzucker, 1 TL Zimt, 1 Prise Salz
Mehl in eine Schüssel geben, Butter in kleinen Stückchen am Rand verteilen, lauwarme Milch mit Hefe und Zucker in die Mitte geben. Alles kurz mischen und die Eigelb dazu tun. Den Teig gut kneten, dann 1 Stunde gehen lassen.
Alle Zutaten der Mohnfüllung in eine Schüssel geben, gut mischen und 1 Stunde ziehen lassen.

Die Streusel
Alles in eine Schüssel geben und mit der Hand einen bröseligen Teig kneten, den Hefeteig nun ausrollen und auf ein Blech geben. Nochmals 30 min. gehen lassen.
Mohnmasse gleichmäßig darauf verteilen, darüber die Butterstreusel. Bei ca 180°C für 30-40 min. in den Backofen und anschließend im Ofen am besten über Nacht abkühlen lassen.

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Analog

„Die deutschen Photographen
Zieh‘n nun in Görlitz ein,

Es gilt des Standes Fortschritt
Hier in Gorlicia!“

holpert es in der Festschrift zur 24. Wanderversammlung des Deutschen Photographen-Vereins, der 1895 in Görlitz abgehalten wurde. Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die „Vorführung der neuesten, staunenerregenden Edison-Erfindung, des KINETOSKOPS, vermittels welchem man eine photographierte Szene aus 7500 Bildern zusammengestellt, in voller Lebensthätigkeit binnen 30 Sekunden sehen kann“.
Seit 1893 schauen die großen Pioniere der Fotografie Talbot, Daguerre und Niépce vom Haus in der Löbauer Straße 7 herab und laden ein, das Museum der Fotografie zu besuchen. Die hier gezeichnete Reisekamera ist aber nicht dort sondern im Kaisertrutz ausgestellt.

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Ziemlich blau

Mit dem im Färberwaid enthaltenen Indigo wurden im Mittelalter Tuch und Stoffe blauviolett gefärbt. Der Färberwaid entfaltete seine Wirkung jedoch erst nach einer zeitaufwändigen Prozedur. Die getrocknete Pflanze wurde zuerst in ein Wasser/Urin-Gemisch gegeben und das Tuch in dieser Brühe eingeweicht. Die noch weißen feuchten Stoffe breiteten die Färber dann in der Sonne aus, denn erst das Licht setzte die Blaufärbung in Gang. Die Gärungs- und Färbeprozesse verursachten natürlich einen bestialischen Gestank.
Für den für die Oxydation nötigen Urin tranken die Färbergehilfen angeblich am Tag vorm Blaufärben Unmengen an Alkohol. Dass sich „Blau machen“ oder der „Blaue Montag“ von den Nachwehen der Exzessen der Gesellen ableiten, klingt plausibel, ist jedoch nicht gesichert.

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Gut gebrüllt Löwe

Malerisch hat der Löwe seinen Schwanz in der Frauenkirche drapiert. Die Zweiteilung der Schwanzspitze macht ihn als böhmischen Löwen erkennbar. Als die Kirche gebaut wurde gehörte die Oberlausitz – und damit Görlitz – zu Böhmen. Mit der Abbildung des Löwens auf einem Schlußstein ehrte man den Landesherrn in Prag. Mit seiner geteilten Schanzquaste ebenfalls böhmisch, ist der Löwe am Brunnen auf dem Obermarkt. Da aber die Oberlausitz 1625 an Sachsen fiel, hat der Bildhauer dort – politisch korrekt – den Herold mit dem Kursächsischen Wappen vor das böhmische Tier gestellt.