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Die Stralauer Kirche
Als eine der ältesten Berliner Dorfkirchen ist sie mit dem Stralauer Friedhof auch das letzte Zeugnis der einstigen Fischersiedlung. Zu Beginn lebten hier gerade einmal elf Familien und es ist ganz erstaunlich, wie die Kirche in nur fünf Jahren fertiggestellt wurde. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Kirche mehrmals in Mitleidenschaft gezogen, nicht zuletzt durch die fast unausweichlichen Brände, die den hölzernen Kirchturm mehrmals trafen, bis man sich Anfang des 19. Jahrhunderts entschied, dem Elend ein Ende zu machen und den Turm aus solidem Stein neu baute.
Die Substanz war wohl aber nie zerstört, bis kurz vor Kriegsende 1945 durch einen Luftangriff das Kreuzrippengewölbe und eine Wand einstürzten. Ein großes Glück, dass zwei kostbare Glasfenster, die Reste spätgotischer Malerei zeigten, erhalten blieben. Dafür war die Kirche auch Jahre nach dem Wiederaufbau ohne Altar. Das Retabel, das man heute bewundern kann, kam erst in den sechziger Jahren an die Spree. Der Schrein mit den Figuren der Heiligen Ursula und Katharina, die Maria mit dem Jesuskind rahmen, stammt aus einer Dorfkirche bei Finsterwalde, die Flügel aus dem Brandenburger Dom. Ungefähr so alt wie Fischerkirche und Glasfenster, fügt sich der Altar wunderbar in den Kirchraum ein.





















