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נס גדול היה שם („Ein großes Wunder geschah dort“)

Das dunkle Jahresende wird erleuchtet durch Feiertage, in denen Hoffnung und Licht eine wichtige Rolle spielen. Während sich Christen auf das Weihnachtsfest einstellen, gedenken Juden auf der ganzen Welt des siegreichen Aufstands gegen die griechisch-syrische Fremdherrschaft und der Wiedereinweihung des zweiten Tempels, wie es im Talmud und bei Flavius Josephus überliefert ist. Beginnend am 25. Kislew, dem dritten Monat des jüdischen Jahres, dauert das Chanukka- oder Lichterfest acht Tage lang und erinnert auch an das Ölwunder, das sich im Jahr 3597 (164 v. Chr.) zugetragen haben soll.

Als nämlich nach dem Sieg der Tempel in Jerusalem von allem Heidnischen gereinigt werden musste, fand sich nur noch ein Rest geweihten Öls. Die Herstellung neuen Öls dauerte jedoch acht Tage, die Menora, der siebenarmige Leuchter im inneren Bereich des Heiligtums, durfte aber nie erlöschen. Wunderbarerweise brannte der kleine Rest die ganzen Tage hindurch und so strahlt zu Chanukka jeden Abend eine weitere Kerze an einem besonderen Leuchter, der acht Arme hat. Manchmal hält ein neunter eine “Diener” genannte Kerze, mit der die anderen entzündet werden.

Chanukka ist ein Familienfest, mit Gottesdiensten, Besuchen, Spielen und Geschenken und natürlich besonderen Speisen, die wie Latkes, eine Art Kartoffelpuffer, oder Sufganiot genannte Krapfen mit Öl zubereitet werden. In Magdeburg wurde erstmals 2017 ein öffentlicher Chanukka-Leuchter aufgestellt. Das Bild hier zeigt ein Fenster der Trauerhalle auf dem israelitischen Friedhof in Sudenburg.


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Die mächtige Maid

„Eine Burg mit zwei spitzen Türmen, offenem Tor und hochgezogenem Fallgitter; zwischen den Türmen eine Jungfrau, die in der erhobenen Rechten einen Kranz hält.“

So sagen es Heraldikbücher und offensichtlich spiegelt sich die Jungfrau, mittelhochdeutsch Maid oder Magd, im Namen der Stadt wider. Doch tut sie das wirklich?

Die Sage berichtet von einer Grenzburg, die Julius Caesar an der Elbe hatte errichten lassen. Und von der naheliegenden Ortschaft, der der Feldherr einen Diana-Tempel stiftete. Nach dieser Kultstätte der jungfräulichen Göttin habe die Stadt den Namen Parthenopolis erhalten, was zu deutsch Jungfrauen- oder Mägdestadt bedeutet. Leider war Caesar aber nie weiter als bis zum Rhein gekommen.

Linguisten vermuten, dass der ältere, zur Zeit Karls des Großen gebräuchliche Name Magadoburg „mächtige Burg“ bedeuten könnte. Was wir wissen: Schon 1244 zeigt das früheste auf uns gekommene Stadtsiegel eine Jungfrau auf einem Wall zwischen zwei Türmen. Der Kranz als Zeichen ihrer Unberührtheit wird bald hinzugefügt, ebenso das hochgezogene Fallgitter und die weit geöffneten Tore. Deren einladende Geste hat der Stadt großen Reichtum und großes Leid gebracht. Heute ist sie zu einem freundlichen Zeichen für eine neue, offene Urbanität geworden.