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Ex oriente

So wie ein Orientteppich in der alten Bundesrepublik in jedem guten Wohnzimmer anzutreffen war, gehörten persische Teppichgeschäfte zur Grundausstattung jeder westdeutschen Stadt. Schon zur Entstehungszeit der Speicherstadt vor etwa 130 Jahren brachten Schiffe Ware aus dem Orient, zuerst Trockenfrüchte, später Teppiche. Auch heute noch werden die Teppiche wie noch vor hundert Jahren, über Seilwinden verladen. An einem dicken Tau wird die Holzpalette mit den Teppichen befestigt und anschließend von Lagerarbeitern in die Lagerböden gehievt.
Die ersten Händler aus Vorderasien ließen sich in den Nachkriegsjahren hier nieder. Als in ihren Heimatländern die Situation politisch schwierig wurde, kamen Anfang der 1980er-Jahre weitere Familien aus dem Iran und zehn Jahre später noch einmal aus Afghanistan.