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Vater der Schwäne

Ein Erlass von 1664 stellt das Beleidigen von Hamburger Schwänen unter Strafe. Denn der Legende nach sind Schwäne für das Wohl der Stadt verantwortlich. Solange sie auf der Alster ihre Runden ziehen, soll es um Freiheit und wirtschaftliches Wohlergehen der Hansestadt gut bestellt sein. Das erklärt auch, warum Hamburg 1674 zu ihrem Schutz einen ausgefallenen Beruf erfand: den Schwanenvater. Er kümmert sich von Amts wegen um die Alsterschwäne. Seine Kompetenzen dienen mittlerweile auch anderen Tieren. Er rettet sowohl Seehunde als auch Störche. Neben der Versorgung kranker oder verletzter Schwäne oder der Aufzucht verwaister Küken, fängt er die Tiere jedes Jahr im November ein und bringt sie in blauen Booten in ihr Winterquartier in den Eppendorfer Mühlenteich, dessen Oberfläche dank extra eingebauter Unterwasserpumpen nicht gefriert.
Nicht ins Winterquartier ziehen die beiden Schwäne am Haus der Seefahrt.