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Syzygium aromaticum

An einen Nagel, nicht an eine Blume, haben diejenigen gedacht, die der Gewürznelke ihren Namen gaben. Sprachlicher Ausgangspunkt dafür war das mittelhochdeutsche Negelein/Nägelchen. Und tatsächlich erinnert die Nelkenknospe an einen Nagel und machte sie im Mittelalter deshalb auch zum Symbol der Passion Christi. Der immergrüne Gewürznelkenbaum war ursprünglich auf den Molukken, den Gewürzinseln beheimatet. Er wird bis zu 10 Meter hoch. Seine getrockneten Knospen, die Gewürznelken, sind in Europa seit dem frühen Mittelalter bekannt. Die Niederlande besaßen lange Zeit das Monopol auf den Handel mit Gewürzen aus Indien. Ihre Schiffe brachten die Nelke nach Europa. Mit dem Wassertest scheidet sich die Qualität. Gut und fettig ist sie, wenn die Nelke zu Boden sinkt oder zumindest senkrecht im Wasser steht. Schwimmt sie waagerecht auf der Oberfläche, ist sie minderwertig.
Ein indonesisches, ganz aus Gewürznelken gebautes Miniaturschiff ist im Gewürzmuseum ausgestellt. Es diente zum Verkauf und als Handelsgeschenk. Auch zur Kette aufgefädelt ist die Nelke schön anzusehen und besticht einige Zeit durch ihren Duft.