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Über alle Mauern

Leitern konnten die Grenzschützer in Klein-Glienicke gar nicht leiden. Kein Wunder, denn an die Berliner Mauer gelehnt, zeugten sie davon, daß schon wieder ein DDR-Bürger über alle Berge war. Deshalb mußten Leitern im Sperrgebiet nach Westberlin grundsätzlich angekettet werden. Bei Zuwiderhandlung drohte eine Strafe von 5 Mark. Der Besitz großer Leitern war gänzlich verboten. Nur 15 Meter breit war die DDR an ihrer engsten Stelle in Klein-Glienicke, die deswegen den Beinamen „Blinddarm der DDR“ erhielt. Nur eine kleine Brücke führte nach Babelsberg und damit zum Rest des Arbeiter- und Bauernstaates. Blickdicht abgeschirmt, lebten ihre Bewohner unter ständiger staatlicher Beobachtung. Dennoch gelangen manchen teils spektakuläre Fluchten. Schwimmend, springend oder durch Tunnel, die sie mit eigenen Händen gegraben hatten.