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Spracherkundung

Der Samowar für die Zubereitung russischen Tees wird erstmals 1730 erwähnt. Knapp 100 Jahre später, 1817 heiratete die Tochter von König Friedrich-Wilhelm III. und Königin Luise den russischen Zaren Nikolai. Dem Paar zu Ehren ließ der König gegenüber der Pfaueninsel in nur sechs Wochen Bauzeit ein Blockhaus in russischem Stil errichten, gab dem Haus mit dem weißbärtigen Russen Ivan einen Kastellan und nannte es Никольское, dem Nikolai gehörig. Der Westberliner Volksmund machte daraus Nikolskö was nach der Wende einige des Russischen durchaus mächtigen Ost-Sozialisierte wunderte. Die Umschrift in die Lateinische Schrift ergibt Nikolskoë. Das Trema (die beiden Pünktchen über dem e) schleifte die Berliner Schnoddrigkeit mit den Jahren in ein ö um und so blieb am Wannsee eben nur noch die Nikolskö übrig.