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Vor Eiben kein Zauber kann bleiben

Und so pflanzten sie die Menschen schon in grauer Vorzeit als Schutz vor allem Übernatürlichen um ihre Behausungen. Der immergrüne Baum, überall in Europa heimisch, ist aber auch in all seinen Teilen – bis auf die rote Samenhülle – äußerst giftig. Plinius warnte, man solle besser nicht aus Eibenholzbechern trinken, selbst die Ausdünstungen des Baums könnten arglose Schläfer das Leben kosten.

Für die Kelten war die Eibe als Druidenbaum heilig, sie nutzten ihren toxischen Saft aber auch ganz pragmatisch zum Imprägnieren von Pfeilspitzen. Die Germanen wiederum sahen sie als ein Symbol für das ewige Leben und man munkelt, dass die Weltenesche Yggdrasil wohl eher eine Eibe war. Deren mystische Bedeutung wundert nicht, braucht der Baum doch Jahrzehnte, bis er seine endgültige Größe erreicht hat, während später herunterhängende Äste sich im Boden neu verwurzeln und Wurzeln im hohlen Inneren alter Exemplare neue Stämme bilden können.

Ab dem Spätmittelalter begann die Übernutzung des Baums, sein hartes, aber sehr biegsames Holz wurde vor allem für die Herstellung von Bögen und Armbrüsten gebraucht. Der Raubbau war immens, so exportierte die Stadt Nürnberg allein im Jahr 1560 die gewaltige Menge von 36.000 Eibenbögen. Zehn Jahre später gab es in ganz Bayern keine Eibe mehr zu schlagen. Heute ist sie in Europa selten geworden.
Die älteste Eibe von Meißen steht am Eingang zur Freiheit Nr. 9 und streckt ganz friedlich und seit 500 Jahren ihre zerklüfteten Arme im Garten der Superintendentur gen Himmel. Von Schaden an Mensch oder Tier wurde bisher nichts berichtet.