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Fischer und seine Frau unterm Burgberg
Einstmals war die Elbe einer der fischreichsten Flüsse Europas, sogar Störe wurden hier gefangen und die Lachse waren so häufig, dass der Fisch als Arme-Leute-Essen galt. So wundert es nicht, dass sich auch in Meißen Fischer ansiedelten, die ihre frische Ware an Händler auf dem Stadtmarkt verkauften.
Praktischerweise bauten sie ihre Häuser knapp außerhalb der Stadtmauer am Fluss, wo sie auch ihre Netze trocknen konnten. Heute ist das Ensemble der Fischerhäuser selbst außerhalb Meißens bekannt. Auf der Siebeneichener Straße in Richtung Dresden, kurz vor der alten Elbbrücke, kann man die noch komplett erhaltene Siedlung bewundern. Man sieht den hübschen, bunten Häuschen, die sich unter einem Hang ducken, nicht mehr an, dass sie noch Anfang der zweitausender Jahre ein schlimmer Sanierungsfall waren. Nur durch großes privates Engagement konnten diese Schmuckstücke der Volksarchitektur gerettet werden.
Und was wurde aus den Elbfischen? Über die hält wohl Bischof Benno seine segnende Hand. Hatte doch der Heilige einstmals auf der Flucht den Schlüssel zum Meißner Dom in die Elbe geworfen. Nach seiner Rückkehr fand dieser sich im Bauch eines ihm servierten großen Fisches wieder. Lachse jedenfalls wurden nach der Wiedervereinigung in Sachsen wieder angesiedelt, mit kleinem, aber immerhin schon sichtbaren Erfolg. Richtige Fischer jedoch gibt es in Meißen schon seit mehr als fünfzig Jahren nicht mehr.