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“Für die Kehle und den Magen
sorgt Mitropa-Speisewagen.”
Die wunderschönen Wagen in bordeauxrot fahren schon lange nicht mehr und auf den Flohmärkten machen sich dickwandige Tassen und Kännchen mit farbigen Rändern breit: letzte Erinnerungen an ein 2006 untergegangenes Unternehmen, das ein anderes Ende verdient hätte. Die mitten im ersten Weltkrieg gegründete Mitteleuropäische Schlafwagen- und Speisewagen-Aktien-Gesellschaft hat jedenfalls deutschte Reisegeschichte geschrieben und hielt Schlaf- und Speisekomfort für jedes Portemonnaie bereit.
Wer sich nur an die leicht schmuddeligen Exemplare der DDR-Zeit erinnern kann, wird erstaunt sein, dass in den 1920ern sogar Salon- und Schlafwagen des ehemaligen kaiserlichen Hofzuges gekauft wurden und im Luxuszug Berlin-London-Express zwischen der Reichshauptstadt und Hoek van Holland verkehrten: Clubsessel, Silberbesteck, Rheinlachs und drei Hausmarken der Mitropa-Weinkellerei inklusive. Leider wurden die Wagen schon ein paar Jahre später abgeschafft und dieser Komfort nie wieder erreicht.
Eine Besonderheit waren die Mitropa-Bahnhofsrestaurants, die sich in der DDR lange hielten und manchmal wirkliche architektonische Schmuckstücke waren. Aber auch die Meißner Mitropa hatte ein ausgesprochenes Highlight aufzuweisen, natürlich – wie konnte es anders sein – aus Porzellan.
Seit es dem Unternehmen 1929 von der Meißner Manufaktur geschenkt wurde, verspeiste man hier bis 1992 Strammen Max und Bockwurst mit Kartoffelsalat unter einem monumentalen 24-armigen Kronleuchter, gefertigt nach einem Modell von Johann Joachim Kändler und geschmückt mit allerlei Zierat, Vögeln und musizierenden Figuren. Heute hängt er als Leihgabe der Deutsche Bahn AG im Stadtmuseum.