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Zartes Porzellan im trutzigen Stein
Eine Burg, zumal wenn sie auf einem Berg steht, braucht Schutz vor dräuenden Feinden und allen anderen, die den Bewohnern übelwollen. Und was schützt besser als wehrhafte Tore mit Schießscharten und allem Drum und Dran. Der Meißner Burgberg hat deren zwei, das äußere durchschreitet man vom Afraberg kommend, geht dann über die um 1225 errichtete trutzige Schlossbrücke und weiter durch das im 19. Jahrhundert umgebaute, ursprünglich gotische Mitteltor zum Domplatz.
Als kriegerischer Schutzpatron prangt links über dem Torbogen und in Mosaik gefasst der Heilige Georg, grad befindlich im Kampf gegen den Drachen. Eine hübsche Verbindung zu dem Maler Ludwig Richter, der so viele Legenden und Märchen illustrierte und nebenan im Burglehnhaus, Domplatz Nr. 14, mitsamt seiner Familie lebte. Acht Jahre lang war er Lehrer an der Zeichenschule der Porzellanmanufaktur und verließ Meißen erst, als das Institut 1836 aufgelöst wurde. Von der „entzückend schönen Aussicht“, die der Blick auf die romantische Umgebung bot, schwärmte er noch in seinen Lebenserinnerungen.
Heute beherbergt das Torhaus den Verein zur Förderung zeitgenössischer Porzellankunst, der von der Künstlergruppe „Weißer Elefant“ gegründet wurde und hier verschiedene Ausstellungen zeigt. Den Porzellanmodellierer Christian Kändler, Bruder des berühmten Johann Joachim und zeitweiligen Besitzer des Hauses, hätte das sicher sehr interessiert.