{"id":250,"date":"2025-12-16T00:00:47","date_gmt":"2025-12-15T23:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/stadt-adventskalender.de\/jakobsweg\/?p=250"},"modified":"2025-12-15T20:38:19","modified_gmt":"2025-12-15T19:38:19","slug":"16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stadt-adventskalender.de\/jakobsweg\/2025\/12\/16\/16\/","title":{"rendered":"16"},"content":{"rendered":"<h1>16<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-20\" src=\"https:\/\/stadt-adventskalender.de\/jakobsweg\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2025\/10\/16-Goldmine.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" \/><\/h1>\n<h4>Die Goldminen von Las M\u00e9dulas<\/h4>\n<p>Es gibt viele Gr\u00fcnde, den im Sommer sehr \u00fcberlaufenen Camino Franc\u00e9s einmal zu verlassen und auf einer alternativen Route zu wandern. Besonders wenn man die Stille sucht und sich an einer Landschaft erfreut, die abwechslungsreich und teils bezaubernd, teils atemberaubend ist. Hier bietet sich der Camino Inverno an. Der Winterweg wird so genannt, weil er den in der kalten Jahreszeit oft schneereichen Abschnitt \u00fcber das 1.300 Meter hoch gelegene Bergdorf O Cebreiro\u00a0umgeht und, darauf kommt es uns an, den Wanderer nach Las M\u00e9dulas f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Viele Routen nach Compostela laufen entlang alter Handelsstra\u00dfen, diese hier ist besonders, weil in den H\u00fcgeln von Las M\u00e9dulas die \u00e4lteste Goldmine des R\u00f6mischen Reiches lag. Die skurrilen Formen der im Licht golden leuchtenden Landschaft sind das Ergebnis einer zweihundertf\u00fcnfzig Jahre langen F\u00f6rderung des Edelmetalls, die mit der Eroberung unter Kaiser Augustus im Jahr 25 v. Chr. begann. Wie das geschah, ist durch Plinius den \u00c4lteren \u00fcberliefert. Die Technik hei\u00dft \u201eRuina montium\u201c und sie zerst\u00f6rt, wie schon der Name sagt, nicht nur das Gestein, sondern tr\u00e4gt peu \u00e0 peu den Berg ab. <\/p>\n<p>Horizontale Hohlr\u00e4ume in mehreren Ebenen \u00fcbereinander und vertikale Sch\u00e4chte mussten quer durch die Berge gegraben werden, danach wurde Wasser hindurch geschwemmt. Das gab es in der Sierra de la Cabrera, also wurde auch noch ein \u00fcber 100 Kilometer langes Kanalsystem gebraucht.<br \/>\nPlinius beschreibt sehr eindringlich, wie die Bergleute monatelang beim Graben keine Sonne sahen, daf\u00fcr waren sie der st\u00e4ndigen Gefahr ausgesetzt, bei Gesteinseinbr\u00fcchen versch\u00fcttet zu werden. Erstaunlich, dass die R\u00f6mer hierzu keine Sklaven, sondern zehntausende freie Arbeiter einsetzten. Angesichts der j\u00e4hrlichen Ausbeute von sechs Tonnen Gold, \u00fcber 250 Jahre summierte es sich auf 1.635 Tonnen, muss es sich dennoch mehr als gelohnt haben.<br \/>\nReste von Kan\u00e4len, Tunneln und Stra\u00dfen, die f\u00fcr den Abtransport gebaut wurden, sind immer noch erhalten. Nichts aber ist bestaunenswerter, als die roten Felsen in einer \u00fcberw\u00e4ltigenden Landschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16 Die Goldminen von Las M\u00e9dulas Es gibt viele Gr\u00fcnde, den im Sommer sehr \u00fcberlaufenen Camino Franc\u00e9s einmal zu verlassen und auf einer alternativen Route zu wandern. Besonders wenn man die Stille sucht und sich an einer Landschaft erfreut, die abwechslungsreich und teils bezaubernd, teils atemberaubend ist. Hier bietet sich der Camino Inverno an. 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