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Pünktliche Attraktion

Uhren zeigen bekanntlich die Zeit. Aber auf See hatten die Chronometer noch einen anderen Nutzen. Mit ihrer Hilfe konnte man den Längengrad – und damit die genaue Position des Schiffes – bestimmen. Allerdings nur, wenn die Schiffsuhr richtig ging.
Am Turm des Kaiserspeichers, dem weithin sichtbaren Wahrzeichen Hamburgs, befand sich deshalb ein Zeitball. Jeden Mittag um 11.50 Uhr wurde er hochgezogen und punkt zwölf Uhr drei Meter fallengelassen. Von ihren Schiffen aus konnten die Kapitäne nun ihre Uhren mit der Hamburger Zeit synchronisieren und dann beruhigt in See stechen.
Gesteuert wurde der Ball von der mit einem unterirdischen Kabel verbundenen Sternwarte am Millerntor; bis 1934 endgültig Funksignale die Zeitansage übernahmen.
Auf vielen historischen Ansichten sieht man das Speichergebäude mit seiner extravaganten Uhr. Heute steht dort ein anderes Wahrzeichen – die Elbphilharmonie.