03-heute

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Von Ost nach West

Vorauseilenden Zynismus kann man den Ost-Funktionären unterstellen, als sie die Glienicker Brücke nach ihrer provisorischen Instandsetzung 1949 in „Brücke der Einheit“ umbenannten. Ein weißer Grenzstrich in der Brückenmitte trennte von nun an DDR und Westberlin. Der Austausch von Agenten zwischen Ost und West verhalf dem Bauwerk zum englischen Spitznamen „Bridge of Spies“ (Brücke der Spione) und zum gleichnamigen Spielfilm von Steven Spielberg.
Doch einen Schlagbaum hatte die Glienicker Brücke schon weit vor dem Kalten Krieg. Bereits seit Ende des 18. Jahrhunderts hinderte er Kutscher daran, die Brücke ohne Kontrolle zu passieren. Später mußten die Passanten sogar eine Brückengebühr, ein sogenanntes Chausseegeld, zur Finanzierung von Bauarbeiten zahlen.
Die Westberliner Brückenhälfte ist in einem dunkleren Blau als die Potsdamer Seite gestrichen. Selbst die Farbrezepturen von Ost und West paßten nicht zueinander.