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Preußisches Federvieh

Ein Zopf hängt zwar nicht herunter, doch wie aus dem Märchen erscheint der Flatowturm auf dem Babelsberg. Auf seiner Spitze hockt der preußische Adler in Amt und Würden mit Krone, Zepter, Reichsapfel und den Initialien FR für Fredericus Rex, Friedrich I. auf der Brust. Diese Attribute behielt der königliche Vogel bis zur Weimarer Republik.
In der Heraldik ist der Adler nach dem Löwen das meistverwendete Wappentier, es gibt ihn sitzend, stehend, auffliegend oder auch liegend, den Kopf mal nach links, mal nach rechts gedreht, als Doppeladler mit zwei oder gar drei Köpfen. Der Adler war bereits im Alten Orient ein Symbol königlicher Herschaft. Im alten Persien und Ägypten löste er den Geier ab. Nach Europa kam der König der Lüfte auf königlichen Münzen und Wappen durch Alexander den Großen, mit Octavian dann nach Rom, wo er als Reichsadler zum Zeichen des Imperiums und des Kaisertums avancierte.