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Venedig sehen und sterben

Nein, man träumt nicht, inmitten der preußischen Havellandschaft sitzt ein Markuslöwe, wenn auch keine Schönheit, auf seiner Säule. Prinz Carl, von Italien begeistert, ließ sie aufstellen. Den gesamten Kreuzgang eines Kartäuserklosters von der Insel San Andrea della Certosa bei Venedig ließ der “Kenner und Beschützer des Schönen”, da es abgerissen werden sollte, Stein für Stein abtragen, nach Glienicke verbringen und aus ihnen hinter dem Schloß einen Klosterhof byzantinischer Anmutung errichten. Zahllose Fragmente antiker und mittelalterlicher Kunst, Andenken und Mitbringsel seiner Reisen fanden als Spolien in die Wände von Schloß und Klosterhof. Andere wurden im Garten aufgestellt. Im Schloßhof begegnet man zwei korinthischen Kapitellen aus dem Pantheon in Rom, das Bodenmosaik in der “Kleinen Neugierde”, einem Pavillion im Garten, gehörte zuvor nach Karthago, sogar ein Affenkapitell vom Schiefen Turm in Pisa hat Carl erworben.