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Gastgeschenk

Eine goldene Ananas krönt die Spitze eines chinesischen Schirmes im Neuen Garten, der Schlosser Krüger soll ihn um 1787 „von Blech, grün staffiert mit vergoldeten Ketten, Perlen und Quasten“ angefertigt haben.
Der Exotismus im 19. Jahrhundert nahm es mit der Geografie nicht so genau, die Ananas stammt nicht aus Asien, im Jahre 1493 erhielt Columbus sie auf Guadeloupe in Südamerika als Willkommensgruß von den Eingeborenen.
Abgeguckt hat sich diese Art Gastgeschenk Fürst Hermann von Pückler-Muskau. Er überreichte den Damen seines Herzens anstelle von Blumen ebenfalls eine Ananas. Der Gartenarchitekt und Schöpfer des Babelsberger Parks versuchte sogar, die exotische Frucht im eigenen Garten in Bad Muskau zu kultivieren, was allerdings nicht glückte.
Auch auf Gartenfesten erfreute sich die Ananas großer Beliebtheit. Lampen aus farbigem Glas in Ananasform illuminierten Gartenfeste in Paretz und wohl auch auf der Pfaueninsel, man findet einige dieser Ananas-Lampen in der Meyerei auf der Insel.