24-heute

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Heiliger Abend

Noch nicht ganz da ist der Heilige Abend bei der heutigen Darstellung. Die Maria in der Hoffnung trägt das Jesuskind noch im Bauch. Es ist hinter einem verglasten Oval zu sehen und ist von goldenen Strahlen umgeben. Die blaue und orange Farbe sind im Falle dieser Maria freie Zutat der Zeichnerin. Die Kalksteinskulptur von 1390 stammt wohl aus einer Prager Werkstatt, die Skulptur wurde in der Sakristei der Peterskirche aufbewahrt, ebenfalls verwahrt wurden dort auch Gewänder zu ihrer Bekleidung. Jetzt steht Maria als Leihgabe der Innenstadtgemeinde im Kulturhistorischen Museum in Görlitz.

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Lamm Gottes

Zum Abendmahl durfte nur gehen, wer zuvor die Beichte abgelegt hatte.
Drei Beichtstühle gehörten zur barocken Ausstattung nach dem Brand der Peterskirche von 1691. Einen der Beichtstühle schuf Caspar Gottlob von Rodewitz im Jahre 1717. Die rechte Figur stellt Maria Magdalena als große Sünderin dar, die linke den Apostel Petrus mit dem Hahn. Er verweist auf den Verrat Christi, den der Apostel schwer bereute. Das Relief des Lammes Gottes im Zentrum weist mit Kreuzesfahne und Strahlenkranz auf die Auferstehung und dessen Wiederkunft hin.

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Wasserspeier

Der Wasserspeier hockt an der Südwand der Peterskirche. Bereits in der Romanik und später in der Gotik und Renaissance verwendete man, besonders bei größeren Kirchengebäuden, häufig dämonische Gestalten oder Tiere in einer symbolischen Bedeutung. Da sie sich als Wasserspeier ausschließlich an der Außenfassade der Kirchen und niemals innen befinden, symbolisieren sie den Einfluss des Teufels auf die irdische Welt, der in Kontrast zur Reinheit des Himmelsreiches – symbolisiert durch das Innere der Kirche – steht. Diese wasserspeienden Wesen werden Gargoyles, auch Gargylen, genannt und haben den Ruf, Beschützer zu sein.

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Konsolkopf

Dieser farbige Konsolkopf ist im Westjoch des Südaußenschiffes zu finden, man sieht ihn am besten beim Aufstieg auf den Turm. Es handelt sich um die Darstellung eines Propheten. Neben diesem findet man dort noch zwei weitere Prophetenköpfe und zwei Sibyllen.

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Palmsonntag

Jesus reitet am Palmsonntag, dem Sonntag vorm österlichen Pessachfest auf einem Esel durch das Tor Jerusalems, er wird vom Volk freudig begrüßt. Dargestellt ist diese Szene auf einem der farbigen Schlußsteine im gotischen Mittelschiff der Peterskirche. Die insgesamt 13 Steine zeigen wichtige Begebenheiten aus dem Leben Jesu, den Tod der Maria und die Dreieinigkeit.

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In Gips

Mit der Susanna besaß Görlitz Ende des 17. Jahrhunderts die viertgrößte Glocke Deutschlands, sie wog 217 Zentner. Im Ersten Weltkrieg wurden die beiden größten Glocken der Peterskirche zur Einschmelzung abgeliefert, kehrten jeoch zurück. Von der Susanna und der Vesperglocke erstellte man zuvor Gipsabgüsse, diese stehen heute im südlichen Seitenschiff. Auf ihrer Wandung sind die beiden Kirchenpatrone Peter und Paul zu sehen.

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Taufkapelle

Neben den trompetenden Engeln und behelmten Wächtern ist aber auch die Ornamentik des Taufgitters mit seinen Verschlingungen als solches bewundernswert. Das Taufgitter grenzt die Taufkapelle gegen den Kirchenraum ab. Auf den Wänden der Kapelle verkünden seit dem Jahre 1696 sechs, heute nur noch schemenhaft erkennbare Engel auf Schriftbändern die Bibelworte: Wahrlich, wahrlich! Es sey denn, dass jemand gebohren werde aus den Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. – Lasset die Kindlein zu mir kommen, und wehret ihnen nicht: dann solcher ist das Reich GOttes. – Tauffet sie im Nahmen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes. – Wer da glaubet und getauffet wird, der wird seelig; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden.

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Predigtlänge

Weithin sichtbar ist das Ziffernblatt dieser Uhr. Als Kanzeluhr ermöglichte sie dem Prediger ebenso wie den Zuhörern die Länge der Kanzelrede zu überwachen und zu bemessen. Die Uhr mit dem Aussehen eines Türmchens wurde nach dem Brand von 1691 auf der Empore errichtet und ersetzte eine Vorgängeruhr von 1568. Zusätzlich war auf der Kanzel eine Sanduhr mit sechs grün-goldenen Gläsern auf einem geschnitzten Holzbrett zur zeitlichen Bemessung der einzelnen Gottesdienstteile angebracht.

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Epitaph

Der Ratsherr Gottfried Gerlach (1665–1737) stiftete sein Vermögen für soziale Zwecke, an ihn selbst erinnert ein monumentaler Epitaph. Zurück auf den Dresdner Hofmarmorierer Pietro Aglio geht die Marmortafel mit lateinischer Inschrift. Bekrönt mit der Allegorie der Gerechtigkeit mit Augenbinde findet sich hier auch das feurige Pferdchen.

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Epitaph

Der Ratsherr Gottfried Gerlach (1665–1737) stiftete sein Vermögen für soziale Zwecke, an ihn selbst erinnert ein monumentaler Epitaph. Zurück auf den Dresdner Hofmarmorierer Pietro Aglio geht die Marmortafel mit lateinischer Inschrift. Bekrönt mit der Allegorie der Gerechtigkeit mit Augenbinde findet sich hier auch das feurige Pferdchen.

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Laterne

Im westlichen Teil des Außenschiffes der Peterskirche befindet sich ein turmartiger Vorbau, die sogenannte große Halle. Sie diente als Hauptportal, durch das Rat und Bürgerschaft in die Kirche einzogen, während das Westportal der hohen Geistlichkeit und besonderen Festlichkeiten vorbehalten war. Auf Konsolen stehend empfingen die Erzapostel Petrus und Paulus als Schutzheilige der Kirche alle Eintretenden. Im Zweiten Weltkrieg ausgelagert befinden sie sich jetzt im Nationalmuseum in Warschau, die Sockel in der Peterskirche sind seitdem leer. Von der gewölbten Decke hängt die Laterne.

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Wetterfahne

Die wohl älteste überlieferte Wetterfahne ist aus dem antiken Griechenland bekannt. Der Architekt Vitruv lieferte eine Beschreibung der Wetterfahne auf dem Turm der Winde in Athen, die Figur des Meeresgottes Triton, die sich mit ihrem Schweif nach dem Wind ausrichtete. Im europäischen Raum wurden ab dem 8. Jahrhundert Schiffsmasten mit Windfahnen aus Metall oder Stoff versehen, von denen aus dem Nord- und Ostseeraum mehrere erhalten blieben. Im deutschsprachigen Raum wurden sie insbesondere auf Rathäusern, Schlössern, Burgen, Kirchen und Bürgerhäusern verwendet. Wetterfahnen dienten dabei nicht nur der kurzfristigen Wettervorhersage, sondern waren auch als Haus- und Schutzzeichen bedeutsam.
Hinter dem Waidhaus, dem heutigen Fortbildungszentrum für Handwerk und Denkmalpflege, liegt eine hölzerne Turmkonstruktion mit dieser Wetterfahne als Abschluß.

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Indigoblau

Das blau färbende Färberwaid aus Thüringen war dank seiner hohen Färbekraft bei den Färbern besonders begehrt. Bis ins 17. Jahrhundert hinein war es ein wichtiger Handelsartikel von europäischer Bedeutung und wurde auf der Handelsstraße Via Regia durch Görlitz führend nach Osten transportiert. Das Haus neben der Peterskirche richtete man nach 1530 als Stapelhaus für Waid ein.

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Maßwerk

Das Maßwerk, die geometrisch konstruierte Ornamentform der Gotik, besteht aus Kreisen oder Kreissegmenten. Ursprünglich diente es zur Unterteilung der Bogenspitze großer Fenster. Später wurde es zur Gliederung von Wandflächen und Giebeln, als Blendmaßwerk sowie für Brüstungen als durchbrochenes Maßwerk verwendet. Der sogenannte Dreipaß besteht aus einem gleichseitigen Dreieck ABC, die Kreisbögen um M1, M2 und M3 haben jeweils gleichen Radius.

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Prunkkelch

Laut mittelalterlicher Auffassung müssen die heiligen Gefäße, die mit dem Allerheiligsten in Berührung kommen, aus Silber oder Gold gefertigt sein.
Prunkstück der Kirche war ein ausgesprochen großer Kelch aus vergoldetem Silber, der sich heute im Museum in Warschau befindet. Vielleicht wurde der Kelch zur Weihe der Peterskirche 1457 geschaffen, denn sein Bildprogramm verweist sehr konkret auf die kirchliche Situation in Görlitz.

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Am Westportal

An Portalen romanischer Kirchen wie auch an Säulen und manchmal an Kapitellen finden sich Untiere; Wolfsköpfe verschlingen einen Menschen, Drachen oder Löwen sollen das Böse darstellen. In der Kirche selbst wird der Kampf des Bösen gegen das Gute gezeigt. Allerdings finden sich solche Darstellungen nur außen oder im hinteren Teil der Kirche, der Chorraum symbolisiert den Sieg Christi über den Tod und das Böse. Die einander zugewandten Pferdeköpfe gehören zum steinernen Figurenschmuck des Peterkirchenportals.

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Die Sonnenorgel

Die in die Orgel eingelassenen 17 Scheiben gaben der Sonnenorgel ihren Namen. Sie weisen radial um die Sonnengesichter angeordnete Pfeifen auf, von denen jeweils 12 klingen und 4 stumm sind. Eugenio Casparini vollendete die historische sogenannte Sonnenorgel im Jahre 1703. Seitdem ist sie mehrfach umgebaut und verändert worden.
Insgesamt verfügt die Sonnenorgel über 88 Register mit 6.095 klingenden Pfeifen. Die größte der Pfeifen misst 7,82 m. Eine weitere Besonderheit der Orgel sind die barocken Spielzüge, mit denen u.a. Vogelstimmen (Nachtigall, Kuckuck) und Meeresrauschen „gespielt“ werden können.

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Das Himmelsloch

Im Zentrum des Kirchengewölbes befindet sich eine kreisrunde Öffnung – das Himmelsloch, in seiner Mitte das hebräische Wort für den Herrn, „Jahwe“. Ein Reigen musizierender Engel umgeben das Tor zum Himmel und preisen die Himmelfahrt Christi. Innerhalb der Passionsspiele konnte die Auffahrt Christi theatralisch inszeniert werden. Eine Christusfigur wurde mit Seilen zum Gewölbe hinauf und durch das Himmelsloch gezogen.
Doch auch das Feuer des Stadtbrandes von 1691 gelangte durch das Himmelsloch vom Dachstuhl ins Kirchenschiff und zerstörte dort fast das gesamte gotische Inventar.

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Tauftisch aus Merzendorf

Ursprünglich stand an dieser Stelle eine Taufglocke, die aber 1945 ausgelagert und beschlagnahmt wurde und heute in Warschau steht. Der farbige hölzerne Tauftisch aus dem 17. Jh. gehörte ursprünglich zur evangelischen Kirche von Merzendorf und befindet sich nun an ihrer Stelle. Merzendorf im Altkreis Hoyerswerda wurde Opfer des Braunkohletagebaus.

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Romanisches Westportal

Auf dem rechten Sims des romanischen Westportals der Peterskirche von ca. 1230 sitzt eine sphinxartige Figur. Neben Ranken- und Blattgewinde sind am reichgeschmückten Portal viele, je zwei meist einander zugewendete Tiere herausgearbeitet: Affen und Delphine, Tauben, Füchse, ein ganzes Bestiarium. Das Portal befindet sich an der vom ursprünglichen dreischiffigen Bau der ältesten Kirche erhalten gebliebenen Westseite der Peterskirche.

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Barocke Kanzel

Leicht übersieht man ihn im Figurenschmuck der Kanzel, den Mohren mit Turban in seinem im blauen Meer schwimmenden Korb. Doch August Kober war der Stifter dieser Kanzel und hat sich mit seinem Wappen hier selbst verewigt.
Ein weiß-goldener Engel trägt den Kanzelkorb der barocken Kanzel von 1693. Der Engel symbolisiert das himmlische Fundament, auf dem das christliche Heilwerk steht. Auf dem Korb selbst sind die vier Evangelisten dargestellt, auf dem hölzernen Schalldeckel Johannes der Täufer, Moses, Jesaja und Jeremia.

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Heiliger Petrus

Den mächtigen Schlüssel zum Himmelstor in den Händen – Petrus krönt das Treppentürmchen der Westfassade und begrüßt die Kirchengänger. Es handelt sich um die einzige Heiligenfigur an der Außenfassade der Peterskirche. Die Figur wurde vor einigen Jahren durch eine Kopie ersetzt – das Original aus dem Jahre 1595 von Joachim Metzker steht jetzt neben der Kanzel im Inneren der Kirche.

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Schmiedeeisernes Taufgitter

Dieser Engel trompetet mit seinen Gefährten am Taufgitter aus dem Jahre 1617 in der Peterskirche und verkünden das Himmelreich, während Wächter mit schneckenartigen Helmen böse Geister abwehren. Das Taufgitter ist ein Meisterstück Görlitzer Kunstschlosserei der Spätrenaissance.
Bei einem Brand 1691 wurde das gesamte spätgotische Inventar der Kirche zerstört, darunter mehr als 30 Schnitzaltäre, das Geläut, beide Orgeln, kostbare Messgewänder, Altargeräte und Bücher. Nur weniges, darunter das schmiedeeiserne Gitter der Taufkapelle blieben erhalten.

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Epitaph des Dr. Martin Moller von Mollerstein

„Wenn ich gestorben bin, pflanzt auf mein Grab eine junge Linde mit den Zweigen in die Erde! So gewiss, wie die Linde wachsen wird, habe ich Gottes Wort unverfälscht gelehrt.“ Diese Linde, die Mollerlinde, steht am Grabe Dr. Martin Mollers von Mollerstein (1676-1717) auf dem Nikolaifriedhof dem Eingang der Nikolaikirche gegenüber. Als Sohn des Bürgermeisters Gregor Moller stand er als Richter viele Jahre im Dienste der Stadt Görlitz. Den Epitaph in der Peterskirche ließ die Mutter des Verstorbenen setzen. Am Epitaph in der Peterskirche findet man dieses barocke Engelspaar.